Wissenschaftliche Studien 101

Studienarten - Buch mit Brille

Arten von wissenschaftlichen Studien und ihre Qualitätsmerkmale

Wissenschaftliche Studien werden häufig mit Universitäten assoziiert. Nicht immer müssen die Studien aber an Hochschulen durchgeführt werden, auch private Forschungsinstitute gehen Forschungsfragen nach und testen ihre Annahmen in gezielten Untersuchungen. Von einer wissenschaftlichen Studie wird allgemein dann gesprochen, wenn eine Untersuchung sehr detailliert stattfindet und festgelegten Standards entspricht.

Welche Formen von wissenschaftlichen Studien gibt es?

Um es kurz zu machen. Es gibt folgende Formen von Studien

  • Beobachtungs- oder Feldstudien
  • Laborstudien
  • Interventionsstudien

Mehr zu den einzelnen Studien im folgenden Text.

In der Forschung werden verschiedene Arten von Studien unterschieden. Eine Untersuchung kann tatsächliches Verhalten in realen Situationen erfassen (Beobachtungs- oder Feldstudien) oder Situationen in einer Untersuchungsumgebung nachstellen (Laborstudien). Im Rahmen einer Untersuchung kann geprüft werden, ob eine Behandlung oder eine gezielte Veränderung die erwarteten Effekte hat, wobei der Vergleich mit einer nicht behandelten Gruppe erfolgt (Interventionsstudien).

Manchmal werden Gruppen untersucht, in anderen Fällen soll eine einzelne Person in allen Facetten beschrieben werden (Einzelfallstudie). Wollen Forscher verschiedene Fälle oder Personen miteinander vergleichen, dann nutzen Sie eine randomisierte Gruppe, wenn jeder zufällig einer der beiden Untersuchungsgruppen zugeteilt wird. Werden stattdessen Personen gezielt vergleichen, die nach einzelnen Merkmalen ausgesucht werden, dann handelt es sich um eine Kohortenstudie. Nicht immer wird etwas tatsächlich untersucht oder gemessen. Auch eine Befragung, bei der die Teilnehmer lediglich Fragebögen ausfüllen, kann eine wissenschaftliche Studie darstellen.

Unterschiedlich Wege zur Studie

Was sind die Unterschiede zwischen diesen Studien?

Die Beobachtungsstudie

Bei einer Beobachtungsstudie wollen Forscher ermitteln, wie sich Personen wirklich verhalten. Dazu begeben sie sich in das Lebensumfeld der zu untersuchenden Personengruppe und beobachten anhand eines Kategoriensystems, wie häufig und unter welchen Bedingungen bestimmte Verhaltensweisen auftreten. Beispielsweise können Forscher beobachten, wie viele Passanten eine Straße trotz roter Fußgängerampel überqueren und ob es Schwankungen des Verhaltens je nach Umgebungsbedingungen gibt.

Die Laborstudie

Nicht immer ist dies aber möglich. Wollen Forscher etwa untersuchen, ob Personen durch verschiedene Aufgaben besonders gestresst sind, dann kann es einfacher sein, diese Aufgaben nachzustellen. Dies entspricht einer Laborstudie. Meist wollen Untersucher mehrere Gruppen vergleichen. Sie möchten herausfinden, ob sich die Personengruppen in wesentlichen Merkmalen unterscheiden oder anders verhalten. Eine mögliche Fragestellung kann sein, ob Frauen mehrere Aufgaben gleichzeitig besser bearbeiten können als Männer und dann weniger Fehler machen. Hier würden die Forscher Männer und Frauen vergleichen und daher eine Kohortenstudie durchführen.

Die Interventionsstudie

In der Medizin sind Interventionsstudien gebräuchlich. Ein neues Medikament wird getestet und Ziel der Untersuchung ist es, herauszufinden, ob Personen mit dem neuen Medikament weniger Beschwerden haben als Vergleichspersonen ohne Behandlung oder Personen, die ein bisher bekanntes und in der Vergangenheit verwendetes Medikament erhalten. Dies kann als Querschnittuntersuchung (einmalige Messung) oder Längsschnittuntersuchung (mehrmalige Messung) erfolgen. Mehrere Messzeitpunkte erlauben es, genau zu schauen, welche Veränderungen sich im Zeitverlauf ergeben.

Mehrere Studien

Woran erkenne ich eine gute Studie?

Qualitätsmerkmal 1: Die Größe der Stichprobe

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal einer wissenschaftlichen Studie ist die Größe der Stichprobe. Je mehr Personen untersucht wurden, desto eher mitteln sich einzelne Charakteristika der Teilnehmer aus und desto repräsentativer ist die Untersuchung. Gerade wenn Gruppen miteinander verglichen werden, gilt es, individuelle Unterschiede und Schwankungen möglichst gering zu halten. Bei einer Einzelfallanalyse ist dies natürlich nicht möglich, denn hier wird nur ein Fall beschrieben oder nur eine Person untersucht. Diese Studien können sinnvoll sein, um Theorien weiterzuentwickeln und diese dann in größeren, repräsentativen Studien mit vielen Teilnehmern zu testen.

Qualitätsmerkmal 2: Signifikanztests

Hierbei kommen bei guten Studien Signifikanztests zum Einsatz. Dies bedeutet, die Forscher beschreiben die Unterschiede nicht nur, sondern sie berechnen mit der Hilfe statistischer Verfahren, wie groß die Unterschiede zwischen Untersuchungsgruppen sind und testen, ob diese auch nur durch Zufall entstanden sein könnten. Ein signifikantes Ergebnis bedeutet, dass die Unterschiede so groß sind, dass diese nicht nur zufallsbedingt sein können. Werden die gleichen Personen mehrfach untersucht, dann können Zusammenhänge zwischen einer Ursache (z. B. neues Medikament) und einer Wirkung (z. B. weniger Kopfschmerzen) am besten bestimmt werden.

Der Vergleich über die Zeit ermöglicht sehr valide Rückschlüsse. Forscher sollten bei einer hochwertigen Studie genau beschrieben, wie sie vorgegangen sind.

  • Welche Messinstrumente wurden verwendet?
  • Welche Fragebögen?
  • Wie wurden die Teilnehmer für die Studie gewonnen?

Ein häufiges Problem bei Studien liegt darin, dass Forscher Schwierigkeiten dabei haben, genügend Teilnehmer zu akquirieren. Diejenigen, die sich an Studien beteiligen, sind häufig besonders interessierte und motivierte Menschen. Das kann dazu führen, dass die Ergebnisse der Studie nicht auf andere Personengruppen (die nicht so interessiert und motiviert sind) generalisiert werden können.

Wissenschaftler sichern sich gegen diese Problematik ab, indem Sie wesentliche Eigenschaften ihrer Untersuchungsteilnehmer mit der Normalbevölkerung vergleichen. Dafür stehen Daten aus Volkszählungen zur Verfügung. In einem eigenen Abschnitt der Studie sollten die Untersucher zudem selbstkritisch die Nachteile oder Einschränkungen ihrer Vorgehensweise benennen. Diesen Abschnitt bezeichnen Forscher als „Limitations“.

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