Studie: OPC (Traubenkernextrakt) kann das Wachstum von Prostatakrebs hemmem

Die Suche nach Medikamenten zur besseren Behandlung von Krebs gestaltet sich seit jeher schwierig, da es nicht einen Krebs gibt, sondern endlose Arten der Erkrankung. Ein mögliches Mittel um das Fortschreiten von Prostata Krebs zu verlangsamen könnte OPC Traubenkernextrakt sein. Nun soll eine Studie diese Vermutung überprüfen. Diese Studie reiht sich dabei eine Reihe von OPC Studien ein, die die Auswirkung von OPC Traubenkernextrakt auf das Wachstum von Krebszellen

Die Inhaltsstoffe von OPC Traubenkernextrakt

Traubenkernextrakt ist ein natürliches Mittel, welches aus entsprechend vielen verschiedenen Inhaltsstoffen besteht. Deshalb ist es zunächst auch sehr schwierig zu ermitteln, welche Inhaltsstoffe des Traubenkernextrakts überhaupt eine mögliche medizinische Wirkung haben könnten. Bereits bei frühreren Versuchen wurde eine Stoffgruppe als besonders interessant erkannt. Dabei handelt es sich um Oligomere Proanthocyanidine, welche, chemisch betrachtet zu den Flavanolen gehören, bei denen es sich wiederum um Polyphenole handelt. Es konnte bereits nachgewiesen werden, dass diese Stoffe eine Reihe positiver Eigenschaften haben, welche für eine Krebstherapie von Nutzen sein könnten.

OPC Traubenkernextrakt

Welche Eigenschaften haben Oligomere Proanthocyanidine(OPC)?

Diese Stoffe haben insbesondere eine antioxidative Wirkung und sind darüber hinaus als entzündungshemmende Stoffe bekannt. Weitere Vermutungen besagen, dass diese Stoffe die Wirkung diverser Vitamine verstärken und gleichzeitig zumindest Vitamin C die Wirkung von Oligomeren Proanthocyanidinen verstärkt. Weitere positive Wirkungen, welche zumindest teilweise bewiesen wurden, ist eine Reduktion der Plaquebildung an Nervenzellen, die Stärkung der Venen und der Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen. In wieweit die Behauptung zur Wikrung auf Krebs stimmt, bleibt abzuwarten.

Die OPC Studie

Aufbau der Studie

Krebs als schlimme Krankheit

Die Studie zur Untersuchung der Wirkung von Traubenkernextrakt auf das Wachstum von Prostata Krebs wird von der University of Colorado in Denver, USA durchgeführt werden. Der Beginn der Studie ist für Oktober 2017 geplant und die Studie soll im Dezember 2019 abgeschlossen sein. Während der Studie werden die Probanden zweimal täglich Traubenkernextrakt zu sich nehmen. Dieser wird bei jeder Einnahme in Form von zwei Kapseln mit je 75 mg Traubenkernextrakt verabreicht. Die Studienteilnehmer werden somit jeden Tag 150 mg Traubenkernextrakt zu sich nehmen. Die Auswirkungen der der Einnahme werden in den ersten 3 Monaten in Abständen von 6 Wochen durchgeführt. Anschließend werden die Auswirkungen alle 3 Monate und letztlich nach einem Jahr überprüft.

Was genau überprüft wird

Studien an der Universität Colorado

Prostata Krebs lässt sich nur schlecht direkt beobachten und insbesondere kleine Veränderungen in der Größe sind mit den üblichen bildgebenden Verfahren praktisch nicht feststellbar. An dieser Stelle tritt das prostataspezifische Antigen in Erscheinung. Der Stoff wird von der Prostata produziert, wobei die Konzentration bei Veränderungen der Prostata höher ist. Während der Studie soll bei den Teilnehmen die Konzentration des prostataspezifischen Antigens überwacht werden, wodurch bei sinkenden Konzentrationen direkt auf eine Reduktion des Tumors geschlossen werden kann und dies wesentlich präzisere Daten liefert als andere Überwachungsmethoden. Sollten die Oligomeren Proanthocyanidine (OPC) eine hemmende Wirkung auf den Krebs haben, so sollten die Messungen der Konzentration des prostataspezifischen Antigens gleichbleibend hohe oder, im besten Fall, sinkende Werte ergeben.

Hintergrund der Studie und momentane Klassifizierung Oligomerer Proanthocyanidine (OPC)

Der Hintergrund der Studie ist auf eine andere Studie zurück zu führen, welche von Y. J. Kim et al. im Jahr 2005 im World Journal of Gastroenterology veröffentlicht worden ist. In dieser Studie wurde bereits die Wirkung von OPC auf Krebszellen, in dem Fall Dickdarmkrebs untersucht. Zwar wurde eine positive Wirkung beobachtet, jedoch müssen Sie bedenken, dass die damaligen Versuche nicht am Menschen selbst, sondern an künstlich angelegten Zellkulturen im Reagenzglas durchgeführt wurden. Wie sich in zahllosen anderen Studien gezeigt hat, dürfen Sie keinesfalls von einer unmittelbaren Übertragbarkeit auf die Wirkung im menschlichen Körper ausgehen. Tatsächlich wurde bereits gezeigt, dass in den Körper aufgenommene OPC anders aussehen, als vor der Aufnahme. Ob die Veränderung durch den menschlichen Körper oder durch Darmbakterien erfolgt, ist noch nicht vollständig geklärt, wodurch unklar ist, ob die Wirkung im menschlichen Körper identisch ist, wie im Reagenzglas. Letztlich müssen Sie beachten, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine hinreichenden wissenschaftlich fundierten Beweise für eine hemmende Wirkung auf das Krebswachstum vorliegen. In Deutschland ist OPC letztlich nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und nicht als Medikament. Ob die geplante Studie dies ändert, müssen Sie abwarten.